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Sonntag, 15 Dezember 2013 14:30

Kurzgeschichte - Rose von Jericho: Erfindung oder eine Geschichte, die das Leben schrieb? Empfehlung

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Ein Mann war mit einer Gruppe unterwegs in der Wüste. Unglücklicherweise brach ein schwerer Sandsturm aus, so stark, dass keiner mehr den anderen erkennen konnte. Jeder war auf sich selbst gestellt. Als der Sturm nachließ, stellte der Mann fest, dass er seine Gruppe verloren hatte. Er war allein. Nichts kam ihm mehr vertraut vor. Der Sturm hatte alle Spuren zu anderen Menschen verweht.

 

Nur die Sonne war an ihrem alten Platz und half ihm, die Richtung zu bestimmen. Schon nach kurzer Zeit quälte ihn der Durst. Mit aller Kraft versuchte er vorwärtszukommen. Doch je länger er unterwegs war, umso mutloser wurde er. Sand – nichts als Sand umgab ihn. Erbarmungslos brannte die Sonne auf alles, das sich regte.

Allmählich spürte der Man, dass ihn seine Kräfte verließen. Wenn ich nicht bald etwas zu trinken finde, muss ich sterben, dachte er und schleppte sich weiter. Bis zum Abend fand er kein Wasser und keinen Menschen, und er war kurz davor, aus Verzweiflung aufzugeben. Erschöpft sank er nieder. Da spürte er neben sich eine Pflanze. Vorsichtig tastete er sie ab. Sie war ganz vertrocknet und hart. Hässlich grau ragte sie aus dem sandigen Boden. Voller Abscheu sah sich der Mann das einzige Lebewesen neben sich an. So wird es mir auch bald ergehen, dachte er. Verdorren wird alles Leben in mir, die Pflanze zeigt mir mein Schicksal.

Noch einmal wollte er sich aufraffen, doch trotz aller Bemühungen konnte er keinen Schritt mehr gehen. Seine Versuche, sich aufzurichten, scheiterten. Er schlief ein. Wirre Träume quälten ihn. Erst gegen Morgen wachte er fröstelnd auf. Die Nacht war kalt und sternenklar gewesen. Ihn fror. Wie mag es meiner Nachbarin, der Pflanze, gehen, dachte er und tastete nach ihr. Doch was war das? Sie fühlte sich ganz anders an als vorher. Erstaunt betrachtete sie der Erschöpfte. Die Pflanze hatte sich verändert. Sie war grün geworden und hatte ihre Ästchen und Zweige wie eine Rose entfaltet. Der Tau der Nacht hatte dies bewirkt. Nur ein wenig Feuchtigkeit hatte so viel Leben entstehen lassen. „Gestern warst Du die Ankündigung meines Todes“, rief der Mann. „Willst Du mir heute Mut machen zum Leben?“ Vorsichtig grub er die Pflanze aus. „Du kommst mit, immer will ich Dich spüren und sehen können. Wenn ich mutlos werde, sollst Du mir Hoffnung geben.“

Der Verdurstende schleppte sich weiter. Immer wieder war er mutlos, doch er gab nicht auf. Mehrmals sah er sich seine Pflanze an, und hoffnungsvoll richtete er sich wieder auf. Nach drei Tagen fand ihn eine Karawane. Menschen gaben ihm zu trinken und pflegten ihn. „Ohne die Pflanze hätte ich aufgegeben“, stammelte er mit ausgedörrten Lippen. Die Pflanze gab mir jedoch immer wieder neue Hoffnung. Und nur, wer Hoffnung hat, kann kämpfen.“

Die Beduinen verstanden seine Worte nicht. Doch sie erkannten die Rose von Jericho und wußten, dass der Mann ihnen gerade von seiner Lebensretterin erzählt hatte.

Fazit: Solange der Mensch nur einen Funken von Hoffnung entfachen kann, hat er Kraft genug, auch größere Durststrecken zu ertragen.

Autor: Unbekannt

Eine schöne Geschichte, die Mut macht zum Weitermachen.

Gelesen 5591 mal Letzte Änderung am Freitag, 31 Januar 2014 16:02

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