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Donnerstag, 30 Januar 2014 16:59

Kurzgeschichte - Die unvergessliche Begegnung Empfehlung

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Wahre Liebe hat kein glückliches Ende.

Wahre Liebe endet nicht.

                      (Jean de la Bruyere)

                       

Schon als sich Maria und Tony das erste Mal begegneten, wusste Maria, dass sie ihr Lebensmenschlein getroffen hatte. Noch nie hatte sie so tief und rein für einen anderen Menschen empfunden. Noch nie hatte sie sich so angenommen gefühlt. Noch nie zuvor hatte Maria eine solche Verbundenheit mit einem anderen Menschen gespürt. Das war mehr als alles, was sie bisher erlebt hatte. Und etwas in ihr sagte, dass es auch mehr war als alles, was sie künftig noch erleben würde. Tony und Maria.... zwei Menschen waren sich begegnet. Beide waren voller Liebe für einander. Beide hatten viele Gemeinsamkeiten. Und doch hätten sie unterschiedlicher nicht sein können.

 

Die beiden erlebten wenige Wochen miteinander. Für Maria war es die intensivste und leidenschaftlichste Zeit ihres Lebens. Es war eine Zeit voller Emotionen. Voller Liebe und voller Streit. Voller Hingabe und voller gegenseitiger Verletzungen. Es gab viele Tränen. Es waren Tränen der Trauer und der Verzweiflung. Maria hatte Angst, Tony zu verlieren. Wollte nicht wahr haben, dass es kein Miteinander geben würde. Zu groß waren die Spuren, die ihr bisheriges Leben bei Beiden hinterlassen hatte.

Tony wollte zunächst eine räumliche Trennung. Maria war verzweifelt. Sie befürchtete, dass zu Ende ging, was noch gar nicht richtig begonnen hatte, und was ihr schon jetzt das Liebste und Teuerste auf der Welt war. Nach nur wenigen Monaten trennte sich Tony endgültig von Maria. Schriftlich mit einer langen email. Für Maria brach eine Welt zusammen.

In den folgenden Jahren gab es nicht einen Tag in Marias Leben, an dem sie nicht an Tony dachte. Mal voller Trauer und Sehnsucht. Mal voller Liebe. Dann voller Wut. Maria machte sich Vorwürfe. Fühlte sich schuldig daran, dass sie gescheitert waren. Marias Gefühle fuhren weiter mit ihr Achterbahn. So wie während der kurzen Zeit, die sie gemeinsam mit Tony hatte. Mit dem Unterschied: Jetzt war sie allein damit.

Mit den Jahren wurde es besser. Maria wurde ruhiger, lernte, sich selbst zu vertrauen. Zwar dachte sie noch immer täglich an Tony. Doch es tat nicht mehr weh. Sie hatte versucht, wieder Kontakt zu Tony aufzunehmen. Ohne Erfolg. Tony wollte nicht. Doch Maria spürte, dass die Zeit, dass die vielen Jahre der räumlichen Trennung an ihrer tiefen Verbundenheit mit Tony nichts geändert hatte. Dieses Gefühl der Verbundenheit war unauslöschlich und gab Maria unbändige Kraft. Sie empfand eine tiefe Dankbarkeit. Hatte sie doch das große Glück gehabt, einmal in ihrem Leben – wenn auch nur für sehr kurze Zeit - der wahren Liebe begegnet zu sein. Niemand würde Maria mehr diese Augenblicke des Glücks nehmen können, die sie gemeinsam mit Tony erlebt hatte.

Manchmal sitzt Maria im Cafe und beobachtet mit stiller Freude die Menschen ringsherum. Und manchmal kommt es vor, dass sie dann zwei Menschen sieht, die einander völlig zugetan sind. Versunken in ihrer ganz eigenen Welt. Menschen, für die es offenkundig nichts anderes gibt als unendliches Vertrauen und ihre Liebe füreinander. In solchen Augenblicken spürt Maria großen Frieden in sich, eine tiefe Liebe. Ihr Herz macht Freudensprünge. Sie lächelt und könnte vor Glück die ganze Welt umarmen. Und sie spürt ganz tief in ihrem Herz: Die Liebe ist (wie) ein Ring. Und ein Ring hat kein Ende.......................

 

 

Gabriele U. Seifarth

 

 

 

 

Gelesen 3645 mal Letzte Änderung am Sonntag, 25 Mai 2014 19:58

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